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Divertikel des Dickdarmes
Veröffentlicht am 12.10.2025
Definition:
- Divertikel des Dickdarmes: in der Regel erworbene Ausstülpungen der Dickdarmschleimhaut durch Lücken in der Darmmuskulatur
- Divertikulose: zahlreiche entzündungsfreie Divertikel im Darm
- Divertikelkrankheit: Beschwerden und Komplikationen im Rahmen einer Divertikulose
Faktoren:
- Ballaststoffarme Kost fördert die Entstehung von Divertikeln.
- Am häufigsten betroffen ist der S-förmig verlaufende, vorletzte Abschnitt des Dickdarms, das Sigma
- Die Ursache dürften segmentale Bewegungsstörungen des Dickdarms mit hoher Druckentwicklung sein.
Häufigkeit der Divertikulose:
- Häufige Erkrankung, bei 60 bis 70-jährigen Menschen sind 35%-40% betroffen.
- Ca. 80% der Divertikelträger bleiben beschwerdefrei, bei 20% wird die Erkrankung symptomatisch, bzw. entwickeln sich Komplikationen
Divertikelkrankheit:
- Divertikulitis: häufigste Ausprägung der Divertikelkrankheit mit Schmerzen meist im linken Unterbauch, Fieber, Stuhlunregelmäßigkeit
- Blutung aus dem After
- Fisteln: bei ausgeprägten Entzündungen kommt zu inneren Verbindungen zu anderen Organen wie Harnblase oder Scheide
- Dickdarmdurchbruch: Entwicklung einer Bauchfellentzündung, lebensbedrohend!
- Darmenge: als Folge wiederholter Entzündungsschübe kann es zu Engstellen - Stenosen im Darm mit Behinderung der Passage bis zum Darmverschluss kommen.

Untersuchungen:
- Computertomographie - virtuelle Coloskopie/Colographie
- Coloskopie
- Ultraschall des Bauchraumes
Therapie:
- Konservative Therapie der Divertikulose: faserstoffreiche Kost, reichlich Flüssigkeit. Sie können in meiner Ordination Diätempfehlungen erhalten.
- Konservative Therapie der Divertikulitis: in der Regel stationär. Nahrungskarenz, Ernährung durch Infusionen, Antibiotikatherapie, Schmerzmedikation, krampflösende Medikamente
- Operative Therapie:
- Zwingende Gründe: massive Darmblutung, Darmdurchbruch, Abszessbildung, Darmverschluss
- Elektivoperation (OP zu einem geplanten Zeitpunkt): wiederholtes Auftreten von Entzündungsschüben, im chronischen Verlauf auftretende Komplikation wie Fisteln (Verbindung z.B. zur Harnblase), oder Engstellen, Zustand nach größeren Eiteransammlungen, und ähnliches.
- Liegen keine weiteren Komplikationen vor, kann der Eingriff heute mit einer sehr hohen Sicherheit laparoskopisch (d.h. mit der "Knopflochmethode") durchgeführt werden.
Ich lade Sie zu einer Besprechung dieser Problematik in meine Ordination ein.